the-history-of-student-connectionsMan könnte sagen, es hat alles begonnen mit den sogenannten Landsmannschaften. Man könnte sie als den Vorläufer aller Arten von Studentenverbindungen bezeichnen, existent ungefähr seit dem 17. Jahrhundert. Eine genauere Festlegung der Zeit und der einzelnen Gruppen ist nicht möglich. Da sie häufig verdächtigt wurden Trinkgelage, Duelle oder Prügeleien zu veranstalten und anzuzetteln, kam es auch zu Verboten. Die Grundlage bzw. Gemeinsamkeit solcher Mannschaften bildeten vor allen Dingen die Universitäten. Der Ursprung der Universitäten selbst reicht bis ins 6. Jahrhundert zurück zu den Klosterschulen. Es werden drei der ältesten Universitäten in Europa zum 10. und 11. Jahrhundert gerechnet in Bologna, Oxford und Modena. Besonders Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835) prägte den Begriff der modernen Universität.

Die damaligen Vereinigungen waren selbstverwaltend und privat. Die Landsmannschaften wurden wahrscheinlich in Territorien aufgeteilt, wie Borussia oder Bavaria. Einige darunter sind nach Reichskreisen benannt, die im 15. Jahrhundert entstanden, so auch Franconia. Bis ins 18. Jahrhundert trugen Studenten Waffen bei sich und gaben sich Duellen hin, bei denen es um Ehrenstreitigkeiten ging. Dieses Waffenrecht wurde erst eingeschränkt dann verboten. Das Fechten wird immer noch als Sportart von Studentenverbindungen ausgeführt. Vielleicht zurückführend auf die damaligen Duelle.

Die Landsmannschaften selbst waren eher lose Zusammenkünfte und Zusammenschlüsse, dies führte dazu, dass Mitte des 18. Jahrhunderts Studentenorden gegründet wurden mit einer festgelegten Ordnung und Zeremonien. Da sie aber öffentlich verboten und verfolgt wurden, verschwand der Name der Landsmannschaften und es wurden die ersten Corps gegründet. (Sie wurden auch Corpslandsmannschaften genannt.)

Die späteren Corps übernahmen Gepflogenheiten und Aufbau der früheren Landsmannschaften und Orden gleichermaßen. Das betraf die Kleidung, die Ordnung, Leitsprüche, Zeremonien und Rituale. So wundert es nicht, dass sie zu den traditionsreichsten Studentenverbindungen zählen. Zu den Grundsätzen der Corps zählte, dass Jeder Mitglied werden konnte, der an einer Universität eingeschrieben war und sie sich nicht in das politische Zeitgeschehen einmischten. Ein Ziel der Verbindung war es, dass sich Jedes Mitglied zu einer weltoffenen Persönlichkeit entwickelte.